Der Garten ist bereit

Üppig präsentiert sich der Rapperswiler Klostergarten. Gemüse und Blumen sprengen fast die Klostermauern. Es ist dies wie ein Zeichen, dass der offene Klostergarten am Samstag 4. September stattfinden wird.

 

 

Herzlich sind alle eingeladen, die Pracht der Natur mit den Brüdern, Schwestern und Mitgliedern des Klosterkreises von Rapperswil zu geniessen. Um 13:30 Uhr werden die Tore geöffnet. Um 17:00 Uhr beginnt die Serenade.

 

 

Kommt der Teufel auf Besuch?

Die Klostergemeinschaft sitzt friedlich und lachend beim Nachtessen. Plötzlich geht der Feueralarm los. Die Sirene heult stechend. Brüder springen auf und rennen in den Gang. Wo man hinsieht, nur Rauch. Im Rauch sieht man eine schwarze Gestalt huschen und eine tiefe Männerstimme ruft: "Hast du ihn?!" Nein, du hast mich nicht, geht mir durch den Kopf und ich eile in die oberen Stöcke.

 

 

Auch im zweiten Stock sehe ich im Gegenlicht diese schwarzen Gestalten. Doch nun wird es klarer. Die Feuerwehr von Rapperswil-Jona hat eine Übung im Kapuzinerkloster organisiert. "Wo ist er?" ertönt es im Gang.

 

 

Auch im Sprechzimmer drei ist er nicht zu finden.Doch auch hier brennt es lichterloh. Ob da zu heiss diskutiert wurde?

 

 

Im ersten Stock werde ich dann fündig - und noch vor der Feuerwehr. Da liegt er. Zum Glück nur eine schwere Puppe, die die Feuerwehrmänner retten müssen.

 

 

Auf drei Seiten hat es Wasser

Wer im Kloster Rapperswil die nächste Umgebung entdecken will, der muss ins Wasser steigen. Der Zürichsee umgibt das Kloster zum Mitleben von drei Seiten. Dabei liegt das Kloster auf einem Felsvorsprung und man kann im Wasser weit zu Fuss hinauswaten.

 

 

Gespannt waren wir natürlich, was wir im Wasser entdecken würden. Die "Mondlandschaft" ist recht kahl und wenig Pflanzen und Tiere sind zu finden. Doch gibt es Zeichen von Schiffen mit Schwierigkeiten - mehrere Anker konnten wir entdecken und bergen. Die meisten Geschwister wissen Geschichten von aufgelaufenen Schiffen zu erzählen. Sie gehören zum Kloster wie die Sturmwarnung vor den Gewittern.

 

 

Der Anker ist ein altchristliches Symbol und ist oft in Katakomben zu finden. Er erinnert an das Verankert sein in Gott.

 

 

Im See um den Kapuzinerzipfel, der am Endingerhorn liegt, schwimmen einige kleine Fische. Viele Schnecken kriechen über den Seeboden.

 

 

Franziskanischer Halsschmuck

Fraglich ist es natürlich, hier von Schmuck zu sprechen. Doch finde ich keinen geeigneteren Ausdruck. Tatsache ist es jedenfalls, dass es franziskanische Menschen gibt, die ein Tau oder ein Kreuz an einer Halskette tragen.

 

 

Schwester Beatrice Kohler trägt das Kreuz der Baldegger Schwestern (links). Schwester Rosmarie Sieber dasjenige der Menzingerschwestern. Franziskanisch daran ist, dass diese legiert sind, d.h. sie bestehen aus einem billigen Material und wurden mit einem wertvolleren Material legiert. In klassischen Kapuzinerkirchen stehen häufig Holzaltäre, die dann teilweise vergoldet wurden.

 

 

Von den Brüdern trägt Josef Hangartner, der Klostersenior, das Tau (links), ein franziskanisches Zeichen, das auf den Segen des Franziskus an Leo zurückgeht. Ebenfalls die Grazer Schulschwester Claudia Wendler - sie ist gerade als Gast im Kloster - trägt ein Tau mit Reifen, das Zeichen der Franziskanerinnen der Unbefleckten Empfängnis. Die lateinische Abkürzung dazu ist FIC.

Nach den Angaben von Bruder Adjut Mathis war früher der am Strick - um den Bauch getragen - festgemachte Rosenkranz mit Kreuz ein Kennzeichen der Kapuziner. Dieser ist jedoch nur noch sehr selten bei Kutten tragenden Kapuzinern anzutreffen.

 

 

Lichtblicke in kalten Wochen

Edith Wildisen schickte Ende Juni folgenden Fotos an den Webmaster und schrieb dazu: "Wenn man zurückdenkt an die letzten Wochen, denkt man an nasskalte, graue Tage".

 

 

"Dass es aber zwischendurch immer auch wieder Lichtblicke gegeben hat, zeigen diese Bilder. Entstanden sind sie anfangs Juni".

 

 

Es gab also auch im Juni Abende, da die Geschwister auf der Terrasse in die untergehende Sonne blinzeln konnten - oder blinzelt hier Bruder Eckehard Strobl aus einem anderen Grund?

 

 

Natürlich sind auch solche Blütenwunder Ende Juni nur noch in Köpfen oder auf Bilder abgespeichert. Die Natur ist fortgeschritten.

 

 

Klosterausflug zur Polizei

Einmal im Jahr geht die Klostergemeinschaft mit ihren MitarbeiterInnen auf die Schulreise. Dieses Jahr ging es zuerst zur Wasserschutzpolizei der Stadt Zürich und am Nachmittag je nach Wahl in den botanischen Garten oder ins Grossmünster, die Polke-Fenster besichtigen.

 

 

Der Wagen-, besser der Schiffspark der Wasserschutzpolizei ist erstaunlich. Da kann das Kloster mit seinen zwei Kajaks und seinem Schlauchboot nicht mithalten - und Tauchausrüstungen gibt es schon gar keine hinter den klösterlichen Mauern.

 

 

Für Br. Adjut Mathis war der Einstieg ins Polizeiboot mit seiner Beinprothese ein echter Balanceakt. Die Brüder Nikodem Röösli (links) und Erwin Benz halten das Schiff möglichst ruhig. Beide gehören sie zum Kapuzinerkloster in Rapperswil, sind aber auf Aussenstationen tätig.

 

 

Cornelia Schmid und Schwester Beatrice Kohler. Kopfbedeckungen tragen sie beide - und lachen tun sie gemeinsam. Ob das Erstere wohl bald verboten wird?

 

 

Ein demokratisch organisierter Weltorden

Kapuziner gehören nicht primär zu einem Kloster, sondern zu einem Weltorden von mehr als zehntausend Brüdern. Die wichtige Organisationseinheit ist die Provinz, welche aus fünfzig bis vierhundert Brüdern umfasst.

 

 

Die Brüder von Rapperswil gehören zur Schweizer Kapuzinerprovinz. Vom 14. bis zum 18. Juni tagen gewählte Vertreter in St.-Maurice. Von Rapperswil sind das die Brüder Beat Pfammatter und Adrian Müller. Martin Heer ist als Sekretär mit von der Partie.

 

 

Der Provinzial Ephrem Bucher (links) lächelt nach dem Rechenschaftsbericht den Brüdern zu. Schlecht scheinen die letzten drei Jahre nicht gewesen zu sein. Rechts sieht man den Personalchef Willi Anderau, der als Regionaloberer für sechs Jahre die Geschicke der deutschsprachigen Kapuziner zu gestalten hatte.

 

 

"Der Klosteralltag ist sehr menschlich."

..., sagte Br. Fridolin Schwitter in einem Interview in der Zürichsee-Zeitung. "Wir sind nicht brav und schon gar nicht heilig!" ergänzt er weiter. Hier geht es zum Artikel.

 

 

Tavola dei cappuccini

Seit einem Monat ist das Kapuzinerkaffee, eben die Tavola dei cappuccini, eröffnet. Sobald es trocken und sonnig ist, findet man nicht nur Gäste von Aussen, auch Brüder haben den Ort entdeckt.

 

 

Br. Martin Heer und Br. Fridolin Schwitter tauschen sich hier gerade über biblische Grundlagen der Liturgie aus.

 

 

In einer solchen Umgebung sind lichte Gedanken zu erwarten - oder etwa nicht?

 

 

Brüder mit Geschichte

Manchmal haben alte Fotos einen spannenden Informationswert. Es ist bekannt, dass Br. Adjut Mathis lange in Indonesien gelebt und gewirkt hat. Eine schöne und prägende Zeit für ihn. Auch weiss man, dass der stets mit Kutte bekleidete Kapuziner in Indonesien bei einem Töffunfall ein Bein Verloren hat.

 

 

Eine Besucherin bei Adjut hat die beiden Fotos 1975 in Doloksanggul gemacht und kommentiert diese heute so: "Adjut führte mir vor, wie er am Batak-Gebiet herumreist. Blue-Jeans unter der Kapuziner-Kutte. Töff, solange es auf der Strasse ging. ...

 

 

... Dann mit dem Velo, das er später, wenn er zu Fuss weiter musste, zusammengeklappt auf einem Käse-Gestell auf dem Rücken tragen konnte". Es ist übrigens auf dem ersten Foto zu beachten, dass das Velo und das Käsegestell auf dem Gepäckträger des Töffs zu finden sind.

 

 

Kajaksaison eröffnet

Im Kapuzinerkloster Rapperswil wird erzählt, dass die ersten SchwimmerInnen dieses Jahr die Saison eröffnet hätten. Bei vierzehn Grad müssen dies jedoch abgehärtete Menschen sein.

 

 

Aufmerksamen Gästen entgeht nicht, dass es im Garten zwei Kajaks gibt. Kopf neigend stehen sie jeweils vor den Einsitzern und fragen sich, ob diese von Spinnen und Schnecken bevölkerten Schiffe überhaupt Wasserdicht seien.

 

 

Julia Hermann hat sich auf einen Test eingelassen. Sowohl die Padlerin als auch das Schiff sind nach der Rundfahrt trocken nach Hause gekommen. An der Luft ist es glücklicherweise etwas wärmer als im Wasser.

 

 

 

Testsitzen und Kaffee trinken

Am Sonntag, 9. Mai, wird die umgebaute Pfortenstube neu eingeweiht. Die letzten Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Hell und geräumig ist der erste Eindruck. Die Geschwister vom Kloster machten eine erste Erkundungstour.

 

 

Br. Fridolin Schwitter testet seinen Bürostuhl und kommuniziert mit den Kapuzinerbrüdern Norbert Zelinka und Eckehart Strobl. Kaum sitzt er gemütlich, klingelt das Telefon ...

 

 

"Hey, da gibt es Kerzen mit dem franziskanischen Kreuz von San Damiano", entweicht Br. Martin Heer beim ersten Blick auf die Produktepalette. Das freue ihn sehr, meint er strahlend.

 

 

Rosemarie putzt fore- and backhand

Mindestens zwei Gründe sprechen für einen intensiven Putztag im Kloster zum Mitleben. Einerseits ist die Pfortenrenovation abgeschlossen, andererseits scheint der Frühling zu kommen. Gestern, am 25. April, gab es erstmals in diesem Jahr das Kaffee auf der Terrasse.

 

 

Br. Martin Heer bringt einen sogenannten Priestersitz in den Esterrich der "Kulturgüter". Lange stand der Sessel unbenutzt im Computerzimmer.

 

 

Sr. Rosmarie Sieber beginnt mit den Putzarbeiten Oben, d.h. die Ecken und Wände werden zuerst gereinigt. Kommt jemand zu nahe, dann ruft sie: "Achtung, ich reinige hier fore- and backhand". Mit diesem Satz scheint sich die ehemalige Englischlehrerin zu outen!

 

 

Bruder Schreiner geht auf Stör

Nicht jeder Kapuziner muss in allen Fachgebieten ein Weltmeister sein. In die Gemeinschaft bringt jeder eigene Fähigkeiten und Vorlieben ein.

 

 

Bruder Andreas Bossart lebt im Kloster Brig und arbeitet an der Pforte und in der dortigen Schreinerei.

 

 

Für die Geschwister am Endingerhorn produziert er im Wallis die Meditationssitze, die im Kloster zum Mitleben in Rapperswil gebraucht und verkauft werden.

 

 

Für die Pfortenrenovation konstuierte er Holzgestelle und Schränke - natürlich massgeschneidert und ohne Nägel! "Ökologisches Bauen" nennt man das.

 

 

Knospen gehen auf

Im Refektorium stehen immer noch feine Kiwi zum Essen bereit. Im Garten kündet sich schon eine neue Generation an.

 

 

Auch bei den Tieren finden einige, dass es nun an der Zeit ist, wieder ins aktivere Leben zu treten. Hier ein frisch geschlüpfter Schwalbenschwanz beim Flügel trocknen. Übrigens ein Ursymbol von Auferstehung, der Schmetterling, der dem Kokoon entsteigt.

 

 

Chräpfli einpacken

Es stimmt zwar, dass man Schwestern und Brüder auf den Zimmer häufig hinter dem Computer sitzen sehen kann - oder besser, man merkt bei Skype oder bei Facebook, dass sie online sind. Doch gibt es gemeinschaftliche und haptische Momente im Kapuzinerkloster Rapperswil.

 

 

Br. Paul Meier (v.l.n.r) reisst die Plastikfolie in Stücke. Sr. Beatrice Kohler packt die feinen Gebäcke ein. Br. Adrian Müller sortiert diese in die hier nicht sichtbare Kiste. Rechts sieht man Ralph Pötzsch. Am Vortag hat er den Teig gemacht und die Chräpfli geformt.

 

 

Zwei Brüder zu Hause gelassen

Früh herrschte am 13. April Leben im Kapuzinerkloster Rapperswil. Um halb sechs schwangen sich die ersten beiden Brüder aufs Velo und fuhren bei Dunkelheit über den Seedamm. "Kalt wurde es in Schindellegi", meinte ein schlotternder Bruder. Nach sieben eilten dann einige Brüder auf den Bahnhof.

 

 

Die Wege waren unterschiedlich, doch trafen sich ausser der Brüder Remigi Odermatt und Eckehard Strobl schlussendlich alle im Wäsmelitreff in Luzern. Es war Brüdertreffen der Deutschschweizer Kapuziner, die sich für das Schweizerische Provinzkapitel der Kapuziner vorbereiteten.

 

 

Von links nach rechts sieht man die beiden Brüder Martin Heer und Fridolin Schwitter. Beim zweiteren ist nicht ganz auszumachen, ob er da einer Zertreuung nachgibt oder sonst was Spannendes entdeckt hat.

 

 

Br. Adjut Mathis beim Aktenstudium im Freien. Von der Materie scheint er nicht wirklich überzeugt zu sein.

 

 

Selbst Br. Nikodem Röösli konnten die Rapperswiler Brüder in Luzern treffen. Er gehört zur Klosterfamilie am Endingerhorn, lebt aber als Spiritual auf dem Gubel bei Zug.

 

 

Schlüsselerlebnis mit dem Auferstandenen

Die Bibel zeigt dem Lesenden ein buntgemischtes Völklein, das mit Jesus zusammen ist. "Helden waren es nicht!", meinte die Sr. Rosmarie Sieber. Alle stoben sie davon, als es mit Jesus brenzlig wurde, sagte die Predigerin schmunzelnd.

 

 

Thomas ist dabei der Typus eines Zweiflers, der nur das glaubt, was er sehen und spüren kann. Jesus holt den Ungläubigen in seinen Zweifeln ab und gibt ihm den Beweis in den Leidensspuren. Auch in heutigen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kirchlichen Konflikten stellt sich Jesus auf die Seite der Entrechteten und solidarisiert sich mit ihnen, ist die Rednerin überzeugt.

 

 

"Wenn wir wie Thomas zu unseren Fehlern und Zweifeln stehen und uns mit Entrechteten und Missbrauchten solidarisieren, kann vielleicht auch für die Opfer Auferstehung werden", betont Sr. Rosmarie. Hier kann die Predigt als PDF genossen werden.

 

 

Liturgie ist ein Ort der Gemeinschaft. Im Kapuzinerkloster Rapperswil zeigt sich dies am aktiven Einsatz mehrerer Geschwister bei der Feier.

 

 

Vom Staub gezeichnet

"Vom Fasten habe ich nicht viel gemerkt!", meinte Br. Fridolin Schwitter, der seit Januar als Bruder auf Zeit im Kapuzinerkloster Rapperswil weilt.

 

 

Doch ist es nun etwas Anderes, dass den ehemaligen Bürogummi und Wirtschaftförderer herausfordert: Der Staub von der Pfortenrenovation. Ja, so richtig körperlich zupacken wollte er bei den Kapuzinern. Es scheint ihm nun gewährt zu werden.

 

 

Wenn Brüder Hand anlegen ...

dann können auch Mauern fallen! Auch ein Kloster muss stets in seiner Bausubstanz erhalten und teilweise erneuert werden. In diesen Tagen - einer Woche ohne Gäste zum Mitleben - erschallt ein Presslufthammer in klösterlichen Mauern.

 

 

Br. Beat Pfammatter, der Guardian des Klosters, legt selber Hand an. Hier wo er bohrt, war einmal eine Wand. Oben rechts auf dem Bild ist frisch gemauert - da war einmal eine Türe.

 

 

Br. Fridolin Schwitter hat die Aufgabe, die herausgebrochenen Steine so zu bearbeiten, dass sie später wieder bearbeitet werden können. Natürlich werden die Arbeiten abgewechselt. So können bei jedem alle Muskeln gut ausgebildet werden!

 

 

Der beigezogene Mauerspezialist Felix Egger hat bei so emsigen Brüdern gut lachen. Zufrieden mauert er hier die ehemalige Türe zur Pfortenstube zu. Die braucht es jetzt nicht mehr, da sich der Eingangs- und Pfortenbereich den künftigen BesucherInnen mit neu geschaffener Weite und Freundlichkeit öffnen wird.

 

 

Einen etwas weniger staubigen, aber dafür etwas sonnigeren Arbeitsplatz haben die Brüder Hans Betschart und Remigi Odermatt für ihre Arbeit mit dem Holz gefunden.

 

 

Listige Plätzchen sind besetzt

Die erste Klosterbewohnerin, die die lauschigen Plätzchen im Klostergarten kennt und aufsucht, ist Jacky-Babette, die Klosterkatze.

 

 

Nach dem kalten Winter ist es nun an der Zeit, wieder Wärme zu tanken. Jacky-Babette zeigt den Ungeübten, wo und wie die Siesta am Besten gelingt - falls man dabei nicht von irgendwelchen Fotografen gestört wird.

 

 

Karfreitag

Am Ende der Liturgie erhielten die Teilnehmenden ein kleines Stück Harz in die Hand. Diesen durften sie ins Feuer legen. Harz, der aus den Wunden eines Baumes fliesst, beginnt im Feuer fein zu riechen.

 

 

Auch Leiden gehört manchmal zum Leben, zum Aufstieg zu Gott.

 

 

Liturgien mit einem eigenen Gesicht

Das Kapuzinerkloster in Rapperswil hat von der Deutschschweizer Kapuzinerregion die Aufgabe erhalten, neue Liturgien zu gestalten. Deshalb hat das Kloster teilweise eine eigene Tradition entwickelt, die sich jedoch stetig weiterentwickelt.

 

 

Neu war im 2010, dass die Abendmahlsliturgie vom Donnerstagabend der Karwoche nicht nur Kloster intern, sondern öffentlich gefeiert wurde. Sr. Rosmarie hat dazu eigens Brot gebacken. Die Stühle im Kirchenschiff waren neu geordnet - so dass sie um Tische standen, die fast von der Eingangstür bis zum Altar reichten.

 

 

Natürlich durfte an diesem Abend auch die Fusswaschung nicht fehlen. Es ist dies ein Zeichen, dass nach der Überlieferung Jesus seinen Jüngern beim letzten Abendmahl auch getan hat.

 

 

Ich erwarte noch immer etwas vom Leben

Fridolin Schwitter lebt seit Januar 2010 im Kapuzinerkloster Rapperswil. Er ist weltweit der erste Bruder auf Zeit. Darum sind etliche Medien interessiert an dem Neuen im Kloster zum Mitleben. Z.B. Radio oder IKB.

 

 

Nun, im Kloster merkt man wenig von seiner medialen Präsenz. Doch mit seinem Einsatz für die Pfortenrenovation ist er akkustisch sehr hörbar.

 

 

Montagmorgen im Kloster

Nein, weder ein Sonntagskater noch ein Montagsmuffel prägen den ersten Tag der klösterlichen Arbeitswoche. Ein Gast geht montags in die Küche, einer in die Wäsche und zwei in die Kirche - nein, dieses Mal nicht zum Beten, sondern zum Putzen.

 

 

Br. Remigi Odermatt (rechts), der sonntags oft in Priestergewändern am Altar steht, trägt montags ein anderes Arbeitsgewand. Kirche putzen ist eine seiner Aufgaben im klösterlichen Alltag.

 

 

Leere Schubladen

Wer in diesen Tagen in die Pfortenstube des Kapuzinerklosters eintritt, bleibt erstaunt stehen. Da herrscht gezielte Geschäftigkeit und die Schubladen sind leer.

 

 

Nein, hier geht es nicht um den Frühlingsputz oder um die neue Frühlingskollektion des Pförtners. In den nächsten Wochen wird der Pfortenbereich umgebaut. Er soll einladender und gemütlicher werden.

 

 

Br. Fridolin Schwitter räumt die Schubladen weg. Später muss auch die Wand- und Fensterfront zu seiner Rechten weichen. Am 7. Mai ist die Eröffnung samt Medienapéro. Ab diesem Zeitpunkt sollte es neben neuen Produkten auch möglich sein, den BesucherInnen ein Kaffee oder was kühles zu servieren.

 

 

Manchmal sind die Stürmischen nicht die Brüder

Ums Kloster bläst manchmal ein kalter und harter Wind. Selbst die Mauern können diesen nicht fernhalten.

 

 

Das Wasser kommt in Bewegung und ins Schäumen. Manchmal kommen in solchen Momenten auch die BewohnerInnen des Klosters in Bewegung.

 

 

Nein, nicht in Rage. Aber sie schauen gemütlich aus dem warmen Kloster und geniessen die Wasserspiele auf dem See.

 

 

Auf zum Büchsensammeln

Im Kloster Rapperswil ist der Büchsen-Notstand ausgebrochen! Gut, gar nicht verwunderlich, wenn man vor allem im Sommer frisches Gemüse und Salat aus dem eigenen Garten frisch geniessen kann.

 

 

Doch ist im Kloster für den Verkauf ein neues Produkt am Entstehen, das zur Produktion viele Büchsen braucht. Büchsen-SpenderInnen nehmen doch bitte mit Sr. Beatrice Kohler Kontakt auf. Hier gibt es weitere Büchsen-Bilder.

 

 

Aschermittwoch

Am Beginn der Fastenzeit wird in der Liturgie Asche auf den Kopf gestreut. Dabei kann gesagt werden: "Kehre um, Mensch, und glaube an das Evangelium".

 

 

Etwas dramatischer ist der traditionelle Satz: "Bedenke Mensch, dass du Staub bist, und zum Staub zurückkehrst". Nun, beängstigend ist auch dieser Satz nicht. Glauben ChristInnen doch an die Auferstehung und nicht an die Staubwerdung.

 

 

Kritisches durch die Blume sagen

Sowohl im Kloster selber wie auch ausserhalb der Mauern sind Brüder und Schwestern in den fasnächtlichen Tagen anzutreffen. Im 2010 liessen sich einige Rapperswiler Geschwister Lustiges und Kritisches einfallen und gingen an die Pfarreifasnacht.

 

 

Besonders brilliert hat der klösterliche Barde Br. Paul Meier. Er hat speziell auf diesen Pfarreianlass hin Schnitzelbänke gedichtet und diese unter Applaus vorgetragen. Auf dem Bild sieht man ihn bei der Hauptprobe im Klösterli. Die eben in Mundart geschriebenen Verse kann man hier als PDF einsehen.

 

Darf der das?

Unter Kapuzinern erzählt man sich die Geschichte von einem Guardian, der kurz vor dem Essen in die Küche kam und die Pfannendeckel weggenommen hat. Den Koch hat dieses Verhalten gestört. So hat er eines Tages die Griffe heiss gemacht ... Der Wunderfitz soll nie mehr gekommen sein.

 

 

Wenn Br. Eckehard Strobl hier den Deckel hebt, dann hat dies eine andere Bewandtnis. Seit er für die Pforte mit Br. Fridolin Schwitter einen guten Ersatz gefunden hat, kann er nun vermehrt in der Küche Hand anlegen - alleine und unterstützend. Hinzu kommt, dass man auch im Kloster mit den Jahren etwas kürzer treten darf.

 

 

"Ja, Bruder Paul"

Br. Paul Meier ist der sicherste Sänger im Kapuzinerkloster und man hört seine volle Stimme auch gerne solo. Seine Stimme ist es denn auch, welche die meisten Gäste zum Mitleben als erstes hören, wenn sie sich für eine Klosterwoche anmelden.

 

 

"Ja, Bruder Paul" tönt es zur Begrüssung, wenn er das Telefon abnimmt. Vor ihm liegen die auf gelben Papier gedruckten Listen mit den Gästewochen. JedeR hofft natürlich, dass während der gewünschten Aufenthaltszeit noch ein Zimmer frei ist.

 

 

Der Telefonhörer ist eines seiner wichtigsten Arbeitsgeräte und sein Gehör von der Musik gut geschult. Gerne und häufig hört Bruder Paul klassische Konzerte. Ungeklärt ist die Frage, ob man bei der Anmeldung zum Mitleben mit einer gesungenen Arie von Mozart mehr Chancen hat. Aber versuchen könnte man es schon.

 

 

In flagranti ertappt

Es flattert in der Luft und eine Taube sucht Halt am Beton unter dem Schnee. Gerade eine ideale Landebahn ist es nicht.

 

 

Mehrmals greift sie nach, schlipft ab ...

 

 

... und macht eine elegante Wendung. Doch was soll das? Gäbe es nicht bessere Landeplätze?

 

 

Nun wird es natürlich klar, warum der schwierige Landeplatz bevorzugt wird. Es gibt leckere Beeren zur Nachspeise.

 

 

Richtige Fliessbandarbeit

Was nützt das beste spirituelle Angebot, wenn niemand davon weiss und mangels Information daran teilnimmt? In den letzten Tagen wurden viele Prospekte entworfen, fotokopiert, gefalzt und eingepackt.

 

 

Yolanda Bärtschi hat die Prospekte zuerst gefaltet und dann für Br. Beat Pfammatter so zusammengestellt, dass Beat die Prospekte nur noch in die Couverts stecken und verkleben musste. "Das ist ja richtige Fliessbandarbeit", kommentierte sie schweissgebadet!

 

 

Jetzt liegt der Ball beim Webmaster, Br. Adrian Müller. Die Prospekte werden in den nächsten Tagen als PDF auch auf der Homepage verlinkt. Ob es da auch wie am Fliessband gehen wird?

 

 

Klangwelten hinter Mauern

Klosterleben wird zu recht mit Stille in Verbindung gebracht. Ziel ist dabei jedoch nicht die Nichtkommunikation, sondern die grössere Aufmerksamkeit. Und trotzdem gibt es Momente, da Klänge eine wichtige Bedeutung haben.

 

 

Am Ende einer Meditationszeit - früher nannte man dies Betrachtung - wird ein Gong geschlagen. Auf diese Weise erfährt die Gemeinschaft, dass das Beten nun zu Ende ist. Das Thema Kloster und Zeitmessung kann hier vertieft werden.

 

 

Kloster testen

In Rom kam ein indischer Mitbruder auf mich zu. Er erzählte mir mit Ehrfurcht von einem aus der Schweiz stammenden Kapuziner, der von 1970 bis 1982 als Generalminister amtete. Der indische Kapuziner sagte: "Br. Pascal Rywalski, der Generalminister, ging bei der Ankunft in indischen Klöstern zuerst in die Sakristei. Mit einem gezielten Blick wusste er dann, ob ein Kloster Schwung habe oder am Verlottern sei."

 

 

Dieser Kelch und die Patene (Hostienschale) hätten den Test wohl bestanden. Häufig kommen sie im Kloster Rapperswil zum Einsatz. Die beiden liturgischen Gegenstände stammen aus Assisi.

 

 

Zu finden war in der Sakristei auch ein selber gemachter Kelch. Während den Eucharistiefeiern ist er mir bisher noch nicht aufgefallen. Müssten wir mal eine Unterschriftensammlung machen?!

 

 

Dank der Geschwister an Wohlgesinnte

Einmal im Jahr, da geht es speziell zu und her im Kapuzinerkloster in Rapperswil. Schon morgens liegt etwas Spezielles in der Luft.

 

 

In der Dispens stehen plötzlich feine Käseplatten herum. Nein, naschen ist nicht erlaubt - dafür gibt es eine spezielle Naschplatte.

 

 

Im Refektorium, dem Essraum, ist speziell und feierlich getischt. Mancher wird sich fragen, was ist da los?

 

 

Um zwölf Uhr wird das Geheimnis gelüftet. VertreterInnen der politischen Gemeinde, der Ortsbürger, der Kirchgemeinde, SeelsorgerInnen und ÄrztInnen strömen in den Saal zu einem gemütlichen und auch lustigen Zusammensein. Die Zusammenkunft nennt sich Klosteressen. Menschen von Organisationen, die den Bettelgeschwistern am Endingerhorn wohlgesonnen sind, versammeln sich und geniessen das jährliche Dankesessen des Klosters.

 

 

Ein neues Gesicht für Rapperswil

Vor bald einem Jahr gab es einen grossen Medienrummel in Luzern. Fridolin Schwitter, der im Bereich Wirtschaftsförderung der Stadt Luzern arbeitete, gab bekannt, dass er ins Kloster gehe.

 

 

Am 3. Januar ist er nun im Kapuzinerkloster Rapperswil angekommen. Für drei Jahre will Fridolin als Bruder auf Zeit mit Kapuzinern leben. Der bald 50jährige erhofft sich so einen neuen Impuls fürs Leben. "Neue Erkenntnisse für den zweiten Teil des Lebens" soll ihm diese Kursänderung ermöglichen. Die Gemeinschaft heisst ihn geschwisterlich willkommen.

 

 

Neu: 52 imPULSe 2010

"Was habt ihr euch vorgenommen im Kapuzinerkloster fürs 2010?" ist eine Frage, die vor Silvester in der Luft lag. Jetzt ist die Antwort auf dem Tisch! Jeden Sonntag soll ein Impuls vom Kloster auf diese Homepage gestellt werden. Zu finden ist dieser als PDF auf 52 Impulse. Wir hoffen natürlich, damit einiges vom Puls des 2010 aufgreifen zu können. Geht und seht!

 

 

Aktuelles aus dem Jahr 2009

Diese Geschichten sind nun im Archiv zu finden. Hier geht es zur entsprechenden Site.