courtesy
Klosterkreis klein
Klosterkreis klein

Zur Bitte, einen kurzen Erfahrungs- und Erlebnisbericht zum 25-Jahr-Jubiläum des Klosters zum Mitleben zu verfassen, gehörte auch die Aufforderung, ein Bild mitzuliefern, das ich mit Rappi“ in Verbindung bringe. Spontan kam mir dieses Bild in den Sinn!
Das hat sicherlich damit zu tun, dass ich seit einigen Jahren jeweils einmal im Jahr einen Abend mit dem Klosterkreis gestalten darf ein Kreis von Menschen, die sich dem Kloster, den Brüdern und Schwestern an diesem besonderen Ort, freundschaftlich verbunden fühlen.
Mich beeindruckt dieser lebendige Geschwisterkreis“ immer wieder. Menschen verschiedenen Alters mit ganz unterschiedlichen Lebenshintergründen kommen zusammen um Glaubensgemeinschaft zu feiern. Die einen kennen sich gut, andere weniger. Vieles, was im persönlichen Lebensrucksack getragen wird, bleibt im Verborgenen. Und dennoch ist eine Vertrautheit im Umgang miteinander da. Man singt zusammen, teilt sich mit, tauscht aus und diskutiert. Gemeinsam ist allen, dass sie sich inspirieren lassen vom christlichen Glauben und insbesondere der franziskanischen Spiritualität. Auch das verbinde ich mit dem Klösterli“: Es ist ein Ort, an dem franziskanische Spiritualität ein Gesicht bekommt, konkret und erlebbar wird. Die Menschen, die an diesem Ort leben und wirken und auch die Gäste und Freunde und Freundinnen sind lebendige Quelle dafür.
Gemeinsam und jeder nach seiner eigenen Façon tragen sie dazu bei, dass strahlend und erleuchtend wird, was gelebte franziskanische Spiritualität meint. Ein Einzelner würde das nicht vermögen! Dass das Kloster zum Mitleben in Rapperswil Strahlkraft hat, dafür braucht es tragende Hände, wache Augen und offene Ohren in Vielfalt! Und es braucht Engagierte, die dran bleiben. Kommt man an die Pforte, ist die Chance gross Menschen zu treffen, denen man wiederholt im Kloster begegnet. Mich berührt, mit welcher Treue sie dem Ort und der Klostergemeinschaft verbunden bleiben. Letztere verändert ab und an ihr Gesicht, und dennoch bleibt das Kapuzinerkloster ein sicherer Wert. Das hat mit gefestigten und bewährten Strukturen zu tun, mit Menschen, die greifbare Werte sichtbar leben und mit dem Ort selber, der lange schon auf diesem schönen Fleckchen Erde steht und der Dinge harrt, die da kommen. Wie auch immer sich das Innere verändert, äusserlich kann ich darauf vertrauen, dass der einladende Klostergarten und der bewegende See auf mich warten. Da lässt sich gut atmen! Am idyllischen Rand einer Kleinstadt und doch mitten in der Welt auch dafür steht für mich das Kloster zum Mitleben. Es gibt Raum, mich zurückzuziehen, auf mich zu besinnen und dennoch den Blick für das grössere Ganze zu behalten, den Faden zur Welt um mich herum nicht zu verlieren. In diesem Sinne ist Rappi“ durch und durch franziskanisch und mutet bei jedem Besuch immer wieder heimatlich an.

 

Nadia Rudolf von Rohr, Co-Vorsteherin Franziskanische Gemeinschaft

 

Zum Jubiläum 25 Jahre „Kloster zum Mitleben“

1991 verwirklichten die Kapuziner in Rapperswil ein offenes Kloster zum Mitleben. Sie erprobten und verwirklichten neue Gebetsformen und öffneten das Kloster auf die Stadt und die Umgebung hin.

Es entstand das offene Kloster zum Mitleben, welches heute unter anderem auch Exerzitien, spirituelles Wandern und Meditationstage sowie geistliche Begleitung anbietet.

Im Rahmen des Jubiläums werden von Februar bis September 2017 unterschiedliche Beiträge von Beteiligten veröffentlicht. …