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Und zwar in Rapperswil. So meint es das neue Buch, dessen Vernissage am 21. Mai stattgefunden hat. Da darf natürlich auch das Kloster zum Mitleben in Rapperwil nicht fehlen!

Zur Ruhe kommen im Kapuzinerkloster

Nahe bei den Menschen sein sowie sich in
kapuzinischer Kontemplation zurückzuziehen,
das sind die beiden wichtigen Pfeiler


des franziskanischen Lebens der Brüder.
Deshalb ist das Kloster ausserhalb an die
Stadtmauer gebaut. Im Gegensatz zu der
benediktinischen Mönchstradition, welche
sich in Wälder oder auf Berge zurückzieht,
leben die Geschwister auf dem Kapuzinerzipfel
vom Kontakt und in Abhängigkeit
der Stadt Rapperswil-Jona.

Zu den drei Seeseiten hin erstrecken sich die Klostermauern. Um in die Kirche oder zur Pforte zu gelangen, musst Du vom
Schloss her über den Lindenhügel oder von der Stadt her zwischen den Rosengärten durchflanieren. Auf halber Höhe der
Treppe befindet sich eine Öffnung in der Klostermauer, durch welche Du in einen Vorplatz gelangst. Auf der linken Seite
befindet sich die Gruft der verstorbenen Brüder und geradeaus kommst Du zur Kirchentüre oder zur Pforte.
In dieser Kirche trifft man oft Menschen, die beten und Stille suchen. In der Kirche auf der rechten Seite beten Menschen
meistens in der Antoniusgrotte und zünden zusammen mit ihren Kindern Kerzen an. Ausserdem befindet sich dort ein spezieller
Briefkasten, in welchen Du Zettel mit Deinen notierten Anliegen, Freuden oder Nöten werfen kannst. Die Klostergemeinschaft
nimmt diese Anliegen dann in ihrem Abendlob auf. Es ist dies ein Zeichen von Solidarität unter den Menschen.
Betrittst Du durch die Pforte das Kloster – manchmal offen, manchmal musst Du läuten –, dann gelangst Du zu einem
kleinen Klosterladen und dem lustigen Café, das als Rapperswiler Geheimtipp gilt. Oft treten hier auch Menschen ein, die
ein Seelsorgegespräch oder eine geistliche Begleitung suchen. Bettler und Bettlerinnen erhalten eine Suppe zur Stärkung.
Viele Produkte des Ladens, z.B. Kerzen und Karten, werden von den Geschwistern, freiwilligen MitarbeiterInnen und Gästen
gestaltet.

Der wunderbare Klostergarten kann nur mit Klosterführungen oder an speziellen Anlässen besucht und genossen werden.
Darin gibt es feines Gemüse sowie wunderbare Blumen, die vor allem für den Kirchenschmuck gepflanzt werden. Beliebt
ist der offene Klostergarten, der jeweils am letzten Samstagnachmittag im
August stattfindet. Dann kannst Du durch den farbenprächtigen Klostergarten
schlendern und stündlich an einer Klosterführung teilnehmen. Eine einzigartige
Gelegenheit, diesen wunderbaren Ort zu besuchen und besser kennenzulernen.
Das Highlight in der Winterzeit ist die Oase am Christchindlimärt. Die Menschen
– viele Kinder in Begleitung ihrer Eltern – tragen Kerzen vom Curtihaus
in den Klostergarten, in welchem dann ein wunderbar flammender Kerzenstern
entsteht. Bis um 20.00 Uhr am Abend kann dieser bewundert werden.
Trägst auch Du eine Kerze in den Klostergarten?

Das Nachtgebet, bestehend aus Text, Musik
und viel Stille, findet jeden Abend von 21.30
bis 21.45 Uhr im kerzenbelichteten Chor der
Kapuzinerkirche statt. Alle Menschen sind
eingeladen, hier den Tag ruhig und konzentriert
abzuschliessen. In der Kapuzinerkontemplation
– und die Kapuziner meditieren
täglich – geht es darum, den inneren Kontakt
zu Gott zu finden. In den Kapuzinerdokumenten
von 1986 steht: Die Kontemplation ist
eine grundlegende Voraussetzung für unser Leben in Kirche und Welt. Sie
ist gewissermassen ein Weg nach innen zum „Ort des Herzens“, der zugleich
„Ort Gottes“ ist. Sie ist – ganz allgemein gesprochen – ein Erahnen des
Absoluten, das die ganze Wirklichkeit in einem neuen Licht erscheinen lässt. (Plenarrat von Garibaldi)

Dieses Erahnen Gottes macht die Klostergemeinschaft in ihren Gebetszeiten. Im Nachtgebet wie auch in wöchentlichen
Meditationsangeboten wird dies auch der Öffentlichkeit angeboten. Jeweils am Montagmorgen findet die Morgenmeditation
in Kombination mit Körperübungen statt. Einfach einen Moment zur Ruhe kommen und danach energiegeladen in den Tag
starten – ein guter Beginn der neuen Woche.
Am Montagabend findet das „Innehalten-Meditieren“ im inneren Chor des Klosters statt, welches zum Beispiel stilles Sitzen
und meditatives Gehen beinhaltet. Die Türe steht allen Menschen offen, welche Fragen oder Probleme meditieren oder
einfach die in sich gekehrte Stille im Kapuzinerkloster, wohlig eingebettet inmitten
von Rapperswil-Jona, geniessen möchten – Wellness für Körper und Seele.
Weitere Informationen dazu findest Du auf der Klosterwebsite
www.klosterrapperswil.ch.

Die Klostergemeinschaft auf dem Kapuzinerzipfel hat von der Schweizerischen
Kapuzinerprovinz drei Aufgaben erhalten. Einerseits die Gästeaufnahme, andererseits
die Gestaltung von neuen Formen der Liturgie sowie die Integration in
Stadt und Land. Das Hauptgewicht liegt zurzeit in der Gästeaufnahme. Als neue
Liturgien sind die Tanzgottesdienste sowie die speziellen Meditationsangebote
mit Bild und Musik zu nennen. Und natürlich stets Zeiten der Stille und des
Meditierens. Die Integration in die Stadt zeigt sich vor allem in der Öffnung
des Klosters und dem Schaffen von Begegnungsmöglichkeiten. In Anlehnung
an ihren Ordensgründer wünscht die Brüdergemeinschaft allen Menschen ein
herzliches pace e bene.