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Es gibt sie, die Sonne

Es ist kurz vor Weihnachten. Ich sitze im Zug und bin in den Bergen unterwegs. Zunächst reise ich noch im Nebel. Plötzlich drückt die Sonne durch das triste Grau und scheint es zur Seite zu schieben.

Eine bezaubernde Winterlandschaft eröffnet sich mir. Eine willkommene Abwechslung für einen Flachländer wie mich, der sich neblige Tage inzwischen gewohnt ist. Die Welt sieht plötzlich ganz anders aus: heiterer, farbiger, freundlicher. Ich atme auf, geniesse den Zauber des Augenblicks bevor der Zug sich wieder ins Tal durch den grauen Nebel schlängelt. Und doch setze ich nun meine Reise im Grauton anders fort. Ich hab’s gesehen: es gibt sie noch, die Sonnenstrahlen, die Farben.

Vielleicht ging es den Hirten gefühlsmässig ähnlich bei ihrer Entdeckung in Betlehem, damals, als sie das Kind in der Krippe erblickten…. Ergriffen vom Zauber der einfachen Dinge wuchs Freude und Zuversicht. Beschwingter ging’s zurück zu den Herden.

Auch wenn sich der Nebel hartnäckig hält. Es gibt sie doch, die Sonne!

Br. Kletus Hutter