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25 Jahre sind für die meisten von uns eine lange Zeit, aber bei einem Orden, der seit Jahrhunderten existiert, wohl eher ein kurzer Augenblick. Für mich (Patrick Sommer, Präsident des Freundeskreises) sind die letzten 25 Jahren mit den Kapuzinern im Kloster Rapperswil ebenfalls beides: einerseits fast die ganze Zeit meines Lebens in Rapperswil umfassend und andererseits eine Zeitspanne, welche sehr schnell vergangen ist.

Was hat sich über die Jahre im Kloster alles verändert und was ist gleich geblieben?

Verändert haben sich sicher verschiedene Äusserlichkeiten, welche jedoch trotzdem ihre Bedeutung haben und unsere Entwicklung und den Zeitgeist spiegeln:

Heute wird aus „richtigem“ Geschirr gegessen und das Blechgeschirr dient nur noch in der Küche. Auch trinkt man den Morgenkaffe und Tee aus Tassen statt aus dem „Mucheli“.

In der Küche hat früher der Guardian am grossen Becken abgewaschen, was heute eine Abwaschmaschine übernimmt (welche jedoch immer noch vom Guardian gefüllt wird: Verantwortung ist eben nur beschränkt delegierbar).

Duschen und Toiletten (und neu sogar die Spiegelschränke in den Gästezimmern) sind neu und frisch.

Die Telefonkabinen in den Gängen werden nicht mehr genutzt (vor 25 Jahren hatte meiner Erinnerung nach noch kein Bruder ein Handy und an der Porte wurde ein Festnetzapparat mit fixem Hörer benutzt).

Bei der Rekreation wird nicht mehr geraucht was die Stumpen hergeben (so dass man sein Gegenüber kaum mehr sehen konnte und nach einem Aufenthalt in der Dispens sämtliche Kleider in die Wäsche geben musste).

Was ist geblieben?

Im Garten hat sich zwar unter den verschiedenen Gärtnern die Bepflanzung immer wieder verändert, er bleibt aber ein Hort der Ruhe und der Besinnung.

Die Terrasse dient weiterhin – wenn auch mit neuem Mobiliar statt den Festbänken – dem gemütlichen Gespräch und Beisammensein mit wunderschönem Ausblick.

Der Ausblick aus den Zimmern zeigt immer noch dieselbe Umgebung und vor allem die beruhigende Weite des Sees (obwohl zwar als Zeichen des technischen Fortschritts die S-Bahnen ruhiger geworden sind, jedoch aber auch die Hänge am Lenggis massiv dichter überbaut wurden).

Das Essen welches aus der renovierten Küche kommt ist immer noch hervorragend (sodass es sich empfiehlt, nach einer Woche Kloster noch eine Woche Fastenzeit zuhause einzuplanen).

Gemeinsam wird mit überlangen Tüchern (unter eifrigem Plaudern) abgetrocknet.

Die Gäste helfen in Kirche, Küche, Haus und Garten und bei verschiedenen Bastelarbeiten (mein Favorit – trotz mangelndem Talent – immer noch das Kerzenkleben).

Meditation und Stille abwechselnd mit vertrautem Gespräch gestalten die Woche und geben Anregungen und Gedankenanstösse.

Fazit?

Auch wenn für den Kapuzinerorden 25 Jahre einem Wimpernschlag entsprechen, ist für uns Freunde der Kapuziner eine erfüllende Zeitspanne vergangen, welche uns vielfältig bereichert hat. Das Bestehende und Bewährte bildet eine sichere und zuverlässige Klammer, aber Änderungen steht man grosszügig und offen gegenüber (nicht nur in den oben genannten Äusserlichkeiten).

Alles Gute für die nächsten 25 Jahre!

Patrick Sommer
Präsident Freundeskreis Kapuzinerkloster Rapperswil

 

Zum Jubiläum 25 Jahre „Kloster zum Mitleben“

1991 verwirklichten die Kapuziner in Rapperswil ein offenes Kloster zum Mitleben. Sie erprobten und verwirklichten neue Gebetsformen und öffneten das Kloster auf die Stadt und die Umgebung hin.

Es entstand das offene Kloster zum Mitleben, welches heute unter anderem auch Exerzitien, spirituelles Wandern und Meditationstage sowie geistliche Begleitung anbietet.

Im Rahmen des Jubiläums werden von Februar bis September 2017