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Edith Wildisen
Edith Wildisen

Seit ungefähr 10 Jahren arbeite ich einem kleinen Pensum im Chlösterli. Ich bin zuständig für verschiedene administrative Arbeiten und helfe ausserdem ab und zu bei Anlässen mit.

Doch wie bin ich zu meinem Arbeitsplatz gekommen? Angefangen haben meine Besuche im Kloster, als ich vor ungefähr 15 Jahren regelmässig einen schwerkranken Freund begleitete, für welchen der Sonntagsgottesdienst zu einem wichtigen Pfeiler der Woche geworden war. Bis dahin wusste ich noch kaum, dass es in Rapperswil überhaupt ein Kloster gibt, obwohl ich bereits 20 Jahre in der Gegend wohnte. Wenige Zeit später befand ich mich selber in einer herausfordernden Phase und besuchte in dieser Zeit einen Kurs bei Br. Beat Pfammatter. Bald schon spürte ich, wie gut mir dieser Ort tat, wie gut mir diese Menschen hier taten. Hier fand ich Menschen, die sich Zeit nahmen für mich und meine Anliegen. Ja, und manchmal, da war es einfach ein Händedruck und ein freundliches „Gute Nacht“ nach dem Nachtgebet, welches mir half, Vertrauen zu haben, dass es schon irgendwie weitergeht.

Gerne wollte ich dem Kloster etwas zurückgeben und ich begann, freiwillige Aufgaben zu übernehmen. Etwas später wurde ich angefragt, ob ich interessiert wäre, administrative Arbeiten zu übernehmen. Nebst meiner Haupttätigkeit in einer Verwaltung kann ich bei dieser Beschäftigung unter anderem kreativ tätig sein. Mit Flyern und Plakaten versuche ich, auf die Angebote des Klosters aufmerksam zu machen. Auch sorge ich dafür, dass Menschen, die einen Bezug zum Kloster haben, regelmässig über die Angebote informiert werden. Ich schätze diesen ganz anderen Arbeitsplatz, diese ganz andere Arbeit, sie bringt einen zusätzlichen Farbtupfer in mein Leben. Manchmal wird mir auch bewusst, dass es sich hinter den Klostermauern schon etwas anders lebt als „draussen“, wie beispielsweise, als ein Bruder mich fragte, wofür es denn einen Lohnausweis brauche.

Währenddem sich meine administrative Arbeit vor allem im kleinen Klosterbüro abspielt, schätze ich die Gebetszeiten, freue mich über Begegnungen beim gemeinsamen Mittagessen, aber auch bei der Mithilfe an verschiedenen Anlässen. Hier komme ich mit Menschen in Kontakt, denen ich sonst nie begegnet wäre, darf so von ganz anderen Lebensentwürfen erfahren. Hier im Kloster treffe ich Menschen, für die das Kloster eine Plattform zum Innehalten bieten kann, Menschen, die hier auftanken können, um dann gestärkt wieder in den Alltag zurückzukehren.

Ich habe es selber erlebt und in vielen Gesprächen erfahren, wie wichtig dieser Ort, die Gemeinschaft ist und ich wünsche mir, dass das Kloster Rapperswil diese wichtige Aufgabe noch lange wahrnehmen kann.

Edith Wildisen

 

Zum Jubiläum 25 Jahre „Kloster zum Mitleben“

1991 verwirklichten die Kapuziner in Rapperswil ein offenes Kloster zum Mitleben. Sie erprobten und verwirklichten neue Gebetsformen und öffneten das Kloster auf die Stadt und die Umgebung hin.

Es entstand das offene Kloster zum Mitleben, welches heute unter anderem auch Exerzitien, spirituelles Wandern und Meditationstage sowie geistliche Begleitung anbietet.

Im Rahmen des Jubiläums werden von Februar bis September 2017 unterschiedliche Beiträge von Beteiligten veröffentlicht. …