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Wer im Kloster zum Mitleben eine oder mehrere Wochen Gemeinschaft erlebt, trägt an vier Vormittagen die Arbeiten des Klosters mit.

Ein Arbeitsort ist das sogenannte Atelier, wo auch Karl Barton Folien für das Einpacken der Kerzen zubereitet hat. Im Folgenden schildert er seine Erfahrungen, Gedanken und spirituellen Deutungen dieser Arbeit.

 

Folienschneiden

 

Dem Klaren eine neue Form geben

 

Die Folie

Solange sie ohne Knick oder Delle, ist sie völlig durchsichtig, ja erst durch dass Spiegeln wahrnehmbar. * Ist mein Ich trübe? Was spiegelt sich in mir?

 

Die Rolle

Es gilt zuerst die gewichtige Folienrolle heranzuziehen. * Wo fange ich sonst schwer an?

 

Den Anfang finden

Gerade weil alles klar ist, ist der nicht sofort klar. * Blicke ich so tief wie ich kann?

 

Das Ausrollen

Der schwungvolle Teil, es entsteht Fläche. * Breite ich meine Gedanken auch mit Schwung aus?

 

Das Messen

Das Muster macht es einfach das Soll abzugrenzen. * Mache ich es mir mit meinen vielen Schablonen zu einfach? Begrenze ich mich selbst oder täte es gut eine Grenze zu ziehen?

 

Das Lineal

Geradlinig, ausgerichtet zeigt es Kante, gibt es Führung. * Wonach richte ich mich?

 

Das Messer

Es muss scharf sein und es stumpft selbst bei der einfachen Aufgabe ab. * Wo bin ich abgestumpft und wie kann ich mein Wahrnehmen schärfen?

 

Der Schnitt

Nicht in der Präzision eines Chirurgen, aber doch vom richtigen Ort bis zum Ende durch. Wenn ich ohne Gefühl schneide, reist die Folie ein. * Was passiert wenn es mir am Mitfühlen mangelt?

 

Die Unterlage

Kariert wie ein Schulheft hilft sie bei der Ausrichtung. Sie trägt Spuren früherer Schnitte, sollte ich beim Schnitt in die ausgefahrene Riefe fallen, ist das Ergebnis unbrauchbar. * Welche alte Hilfe hindert mich heute?

 

Das Ziel

Schutz soll die Folie den verzierten Kerzen bieten, aber auch selbst Zierde sein. * Kenne ich meine Aufgaben, erfülle ich alle?