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Sonnenuntergang aus einem Gästezimmer fotografiert.
Sonnenuntergang aus einem Gästezimmer fotografiert.

Ich darf einen überaus spannenden und abwechslungsreichen Beruf ausüben, der mir viel Freude bereitet einerseits; der andererseits zuweilen meine psychischen und spirituellen Kräfte arg beansprucht.

Das war auch Ende 2007 der Fall, als ich erstmals auf Empfehlung eines guten Freundes von dem Angebot Gebrauch machte, für eine Woche im Kloster Rapperswil „mitzuleben“. – War das eine Erfahrung! Noch nie in meinem Leben habe ich mich in der kurzen Zeit einer einzigen Woche so sehr entspannen, meinen Seelenfrieden wiederfinden und die Beziehung zu meinem Schöpfer segensreich vertiefen können. Ein Erlebnis, das ich seitdem in jedem Jahr mindestens einmal als sogenannter Kurzzeitgast wiederholen durfte.

Blick am Morgen früh aus dem Zimmer auf die Schanz.

Blick am Morgen früh aus dem Zimmer auf die Schanz.

Das Kloster Rapperswil mit seinen Schwestern und Brüdern ist, wenn ich das so sagen darf, für mich zu einem familiären Kokon geworden. Hierhin kehre ich heim. Hier bin ich Mensch und darf es sein, mit all meinen Widersprüchen und Fragen, Inkonsequenzen und Zweifeln. Hier kann ich meditieren, schweigen und mich zurückziehen. Hier darf ich auch diskutieren, gesellig sein und lachen. Hier habe ich manchen guten Rat geschenkt bekommen, unglaublich viel religiöse Toleranz und manchen Moment tiefer Vertrautheit erleben dürfen. Hier habe ich mich als spirituellen Menschen verstehen und akzeptieren gelernt.

Äussere und innere Stimmungen eines Klostergastes.

Äussere und innere Stimmungen eines Klostergastes.

Wenn ich gefragt werde, was den ganz einzigartigen Charme des Klosters ausmache, dann ist dies für mich der besondere Kontrast zwischen der äusseren Schlichtheit des Gebäudes, der Zimmer, der Verköstigung und dem grossen Reichtum an Begegnungen und Gesprächen. Die wunderschöne Lage des Klosters am Ufer des Zürichsees macht die Harmonie (fast) vollkommen.

Horst W: Hablitz
Leiter Psychologischer Dienst; Kantonspolizei AG

Die Oase am Christkindlimärt und ihre Stimmung.

Die Oase am Christkindlimärt und ihre Stimmung.

 

Zum Jubiläum 25 Jahre „Kloster zum Mitleben“

1991 verwirklichten die Kapuziner in Rapperswil ein offenes Kloster zum Mitleben. Sie erprobten und verwirklichten neue Gebetsformen und öffneten das Kloster auf die Stadt und die Umgebung hin.

Es entstand das offene Kloster zum Mitleben, welches heute unter anderem auch Exerzitien, spirituelles Wandern und Meditationstage sowie geistliche Begleitung anbietet.

Im Rahmen des Jubiläums werden von Februar bis September 2017 unterschiedliche Beiträge von Beteiligten veröffentlicht. …