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Br. Paul Meier hat eine schwierige Aufgabe bravourös gelöst. Im Bibelteilen mit dem Evangelium vom kommenden Sonntag merkte er, dass der Text schweirig ist und Lösungen nicht auf dem Tisch liegen. Jesus lobt Maria, die nichtstuend bei ihm sitzt und tadelt Marta, die sich fürs leibliche Wohl einsetzt. Während der Woche wurde das Thema immer wieder aufgegriffen, weil es bewegte.

Im Sonntagsgottesdienst während der Predigt erhoben sich Sr. Rosmarie Sieber und Sr. Ursula Raschle und trugen den von Br. Paul geschriebenen Text vor. Literarisch und nicht predigend geschieht hier die biblische Verkündigung.

Zu Lk 10,38….      Martha und Maria

 

Ein mögliches Gespräch danach

 

Martha:     du hast ja gemerkt,   sauer gewesen bin gestern.  Ich gebe mir alle Mühe

und dann heissts:  du habest das Bessere gewählt!

 

Maria:        es  war mir halt wichtiger, ihn zu hören, zu ihm aufzuschauen,

mit ihm zu reden.  Seine Worte packen mich:  von Gott redet er,

vom Leben, von den geistigen Dingen…

 

Martha:       Ja, ja, diese geistigen Dinge! Uebertreibst du da nicht manchmal?

Ich sehe dich ja oft mit unserer Nachbarin und der

Andern  am Ende des Dorfes beisammen sitzen

Da redet ihr wohl auch nicht vom Brot backen und Haushalt besorgen.

 

Maria:         aber Jesus hat doch etwas wunderbar Menschliches und doch

Geheimnisvolles.  Ganz anders als unser Rabbi.  Er hat wirklich

Tieferes zu sagen.  Er scheint mir ganz erfüllt von Göttlichem.

Da musste ich doch einfach zuhören

Da wird Anderes weniger wichtig.

 

Matha:        Ach ja? Und dann ist es gut, wenn einer einfach so hereinplatzt,

und sich dann bedienen lässt ?  Typisch Mann!

 

Maria:        Jetzt bist du unfair. Du weisst doch genau, dass er nicht dieser Typ ist.

Er hat ein Gespür für die Frauen.  Hat eine in Schutz genommen vor

selbstgerechten Männern. Er weiss, was Arbeit ist.  In der Zeit, als er noch bei  den Eltern

wohnte,  soll er immer wieder sehr angepackt haben, um Vater und Mutter zu helfen.

 

Martha      Gut, ich habe vielleicht etwas übertrieben. Ich habe ja wirklich schon gehört, wie es

Menschen gut tut, wenn Jesus bei ihnen ist, zu ihnen spricht.

Manche leben auf, haben wieder Mut und Lebensfreude.

Und irgendwie möchte ich das ja auch mal gerne: mich hinsetzen, mich ansehen (vielleicht

berühren ) lassen.  Einfach jemand sein – ohne meine Arbeit.

 

Trotzdem muss die Arbeit getan werden.   Wasser holen,   Oliven und Feigen kaufen oder

auch Ziegenkäse, getrockneter Fisch, Brot backen. All das mache meistens ich, oder?

 

Maria          wird mir jetzt bewusst, dass ich dich da oft allein gelassen habe.

Nur schon  zum Brunnen gehen und Wasser schöpfen….

Holz sammeln für das Feuer

Backen,  täglich  ……….

Ich werde mich da mehr beteiligen

 

 

Es ist nicht so, dass sich am Ende Maria und Martha um den Hals fallen.

Aber sie sind sich doch näher gekommen.

Und wenn Jesus wieder mal zu Besuch kommt,  haben sie die Arbeit gewiss schon zusammen gemacht und werden beide ihm zu Füssen sitzen.

 

 

 

Fürbitten

 

 

Gott,

immer sind wir in deiner Gegenwart,

im täglichen Tun oder im stillen Dasein.

 

Dir danken wir für alle, die mit ihrer Arbeit

Für uns sorgen……

 

Dir danken wir für alle, die weltweit besorgt sind,

dass Menschen ein Zuhause haben und essen können

 

Dir danken wir für alle, die in Stille und Gebet

Mit uns verbunden sind

……………………..

 

 

So viele bereichern und beschenken uns

mit ihrer Art, Mensch zu sein.