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Rosmarie Sieber
Rosmarie Sieber

Die Schwestern vom Heiligen Kreuz, oft auch Menzingerschwestern genannt, sind heute ein internationaler Orden. Sr. Rosmarie Sieber und Sr. Ursula Raschle  wirken im Kapuzinerkloster Rapperswil. Rosmarie ist bei der Schweizer Provinz der Menzingerschwestern für die Ausbildung der jüngeren Schwestern zuständig. In Indien haben die Schwestern vom Heiligen Kreuz in diesen Tagen einen internationalen Kongress über Bildung und Weiterbildung. Rosmarie Sieber ist dahin gereist und erzählt hier exklusiv von ihren Erfahrungen.

Indienreise – erste Eindrücke von Sr. Rosmarie

Über den Wolken

… muss die Freiheit wohl grenzenlos sein… Pünktlich sind Sr. Dorin und ich am Flughafen Zürich Kloten eingetroffen. Zuerst entledigten wir uns der Koffer, folgten der angegebenen Beschilderung. Welche Überraschung: innert drei Minuten brachte uns ein kleines Zügli bis zum entferntesten Gate E.

Das Flugzeug ist bereit und wartet.

Das Flugzeug ist bereit und wartet.

Unser Flugzeug von „Etyhad“ Airways stand schon bereit. Die Nebeldecke durchstossend genossen wir die Sonne. Die Spitzen vieler Berggipfel ragten aus dem Nebel auf – Eine wunderschöne Sicht. Das tolle Essen, das uns serviert wurde, weckte unsere Gaumenfreude und relaxed lehnten wir uns zurück liessen und vom Flugzeug ins Unbekannte führen.

Abu Dhabi

Eine Himmelsträgerin?

Eine Himmelsträgerin?

Mitten in der Wüste, wer würde ein solch kostbares Gebilde erwarten? Ein Himmelsträger? So schien es mir – das ganze Dach über dem Warteraum von Abu Dhabi wirkt wie ein Himmelsgewölbe. Sechs Stunden geniessen wir diese Pracht (die Zeitverschiebung abgezogen) –

Bangalore

Kaum dem Flugzeug entstiegen, stossen wir auf eine grosse Gruppe afrikanischer Schwestern. Welch ein Hallo! welch eine Begrüssung! Das Flughafenpersonal ist zuerst mit uns überfordert – wir waren am falschen Schalter. Die meisten Beamten sind angenehm. Derjenige an meinem Schalter ist eklig – ich bin nicht sicher, ob er mich einreisen lässt … Nach vielen Fragen lässt er mich schliesslich ziehen, phuuu.

Törf‘s es Bitzeli meeh sii …

Wir wurden mit einem Kleinbus abgeholt. Die Fahrt durch Bangaluru dauere, je nach Verkehr, 2 Stunden. Wau! Und wir glaubten uns schon fast am Ziel! Welch haarsträubende Fahrt! Eine vierspurige Autostrasse, vollgestopft mit Autos, dazwischen schlängeln sich Töffs und Vespas. Es ist ein „Gehuupe“, ein Gebremse, ein Gerucke. Plötzlich hält unser Bus am Strassenrand an und wir glauben, glücklich angekommen zu sein. Falsch – der Chauffeur musste ausgewechselt werden, weil letzterer die Meldung bekam, sein Schwiegervater sei gestorben.

Wir warten 20 Minuten.

Warten auf den Chauffeur.

Warten auf den Chauffeur.

Dann geht die Fahrt mit dem angeforderten Chauffeur weiter. Plötzlich ein extrem starkes Bremsmanöver, bei dem sich eine afrikanische Schwester leicht verletzt. Unser Fahrer konnte nicht mehr genug schnell bremsen. Wieder warten…. Diskussionen…. Endlich geht’s weiter. Bei einer Tankstelle noch ein Halt – unser Chauffeur muss sich nach dem Weg erkundigen…. Nach drei Stunden, statt zwei, erreichen wir unsere neue Bleibe! Alle todmüde, nach 25 Reise ohne Schlaf… Um 15.30 Uhr Ortszeit können wir ein wenig schlafen gehen.