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Andrea Salzmann, Yolanda Bärtschi, Kletus Hutter, Karin Vollenweider, Yvonne Pally
Andrea Salzmann, Yolanda Bärtschi, Kletus Hutter, Karin Vollenweider, Yvonne Pally

Am 9. Dezember 2017 feiert Br. Kletus Hutter seine zeitliche Profess. Von 2012 bis 2015 lebte er als Bruder auf Zeit im Kapuzinerkloster Rapperswil und organisierte die Pforte. Dann ging es bald ins Noviziat der Kapuziner nach Salzburg, wo er die Grundausbildung des kapuzinischen Ordenslebens erhielt. Zum Abschluss legte er die zeitlichen Gelübde ab. Sein Weg führt ihn nun weiter ins Kloster Wesemlin in Luzern.

Ein solches Fest konnten sich seine ehemaligen Mitarbeiterinnen nicht entgehen lassen und so reisten sie in das vom Weihnachtsmarkt geprägte Mozart-Städtchen. Höhepunkt war die festliche Feier von der Profess von Br. Kletus Hutter in die Hände des Schweizer Provinzials Br. Agostino del Pietro.

Für drei Jahre sagte Kletus Hutter nun ja zum kapuzinischen Weg.

Für drei Jahre sagte Kletus Hutter nun ja zum kapuzinischen Weg.

Insider wissen es. Am Werdegang eines Kapuziners wirken viele Menschen mit, nicht nur die braunen Brüder. In Sargans wurde Kletus Hutter von Pfarrer Felix Büchi ins seelsorgerliche Handwerk eingeführt. Darum konnte es sich dieser auch nicht nehmen lassen, nach Salzburg zu reisen. Felix Büchi ist heute Pfarrer in der Seelsorge-Einheit von Rapperswil-Jona.

Felix Büchi gratuliert Kletus Hutter zu einer Entscheidung.

Felix Büchi gratuliert Kletus Hutter zu einer Entscheidung.

Hier die offizielle Pressemeldung:

Kapuziner feiern Ordensgelübde

Was veranlasst einen Mann von heute, Ordensmann zu werden?

 

Dieses Wochenende ist Salzburg zum Zentrum des deutschsprachigen Kapuzinerordens: Von überall kommen Ordensbrüder zusammen, um gemeinsam am Kapuzinerberg zu feiern: Der Grund sind die zeitlichen Ordensgelübde von Bruder Kletus Hutter. Seit fast 20 Jahren findet die deutschsprachige Ordensausbildung gemeinsam im Salzburg statt. Entsprechend wird auch die Feier der Profess (Ordensgelübde) gemeinsam begangen. Bruder Agostino Del-Pietro, Provinzial und Ordensoberer der Schweiz reiste extra an, um hier die Ordensgelübde entgegenzunehmen. „Die Profess von Bruder Kletus ist für mich ein Zeichen von Leben für unsere Gemeinschaft!“ so der Schweizer Provinzial Bruder Agostino bei der Feier. An Bruder Kletus schätzt er besonders seine sympathische Art, Bruder zu sein.

 

Drei Gelübde: Armut, Gehorsam und Ehelosigkeit

Am Samstag vormittag war in der Kapuzinerkirche besondere Feierstimmung. Der Anlass dafür war nicht etwa der Advent, sondern die sogenannte „zeitliche Profess“ von Bruder Kletus Hutter, einem 46-jährigen Schweizer aus dem Rheintal. „Aus ganzem Herzen vertraue ich mich dieser Gemeinschaft von Brüdern an“, heißt es in dem Gelübde, in dem er Armut, Keuschheit und Gehorsam in die Hände seines Ordensoberen, dem Provinzial der Schweiz Bruder Agostino Del-Pietro verspricht. Ein Versprechen, das die Schienen für eine Lebensentscheidung legt, ähnlich der Entscheidung für eine Ehe im bürgerlichen Leben. Frühestens nach drei Jahren kann Bruder Kletus die ewigen Gelübde ablegen.

 

Jenseits der Bilder

Wer Kletus Hutter in zivil trifft, würde nie auf die Idee kommen, dass er einen Ordensmann vor sich hat. Lange braune Haare und ein entgegenkommendes, breites Lachen verhindern von Anfang an das Aufkommen der Bilder, die man landläufig von Ordensmännern hat. Was veranlasst einen Mann von heute, auf Privateigentum und Frau zu verzichten, um sich einen Orden anzuschließen? „Ich möchte Gott in meinem Leben einen großen Platz geben“, erklärt Bruder Kletus selbst seine Entscheidung. „Das Ordensleben ermöglicht mir das Leben in einer Gemeinschaft, die auf dem Weg ist um Gott immer mehr zu entdecken und sich von ihm herausfordern zu lassen.“ Über die Bilder über Ordensleben, die in den Köpfen der Menschen existieren, kann er nur schmunzeln. „Einigen Bekannten musste ich schon erklären, dass das nichts mit ‚Name der Rose‘ oder Eingesperrt sein zu tun hat.“

 

Vom Bruder auf Zeit zum Ordensmann

Mit den Kapuzinern lebt Bruder Kletus nun schon vier Jahre. Zuvor war er viele Jahre Pastoralassistent in Sargans, Vilters und Wangs, bis er von dem speziellen Angebote der Schweizer Kapuziner Gebrauch machte und als „Bruder auf Zeit“ ins Kloster Rapperswil ging. Dahinter stand der Wunsch nach einer vertieften gelebten Spiritualität abseits des ‚Funktionieren Müssens‘, das selbst vor kirchlichen Mitarbeitern heute oft keinen Halt macht. Nach drei Jahren trat er ins Noviziat in Salzburg ein. „Diejenigen, die mich näher kennen, waren nicht mal so überrascht“, erzählt Bruder Kletus. „Sie haben mitbekommen, dass ich als “Bruder auf Zeit” mehr Freude und Zufriedenheit ausstrahlte als zuvor!“ Besonders schätzt er die gemeinsamen Gebetszeiten, die Zeit und Raum für die Vertiefung der Spiritualität schaffen. Zuvor kannte er die Kapuziner schon viele Jahre von Besinnungswochen. „Die franziskanische Ausrichtung des Ordens, geerdete Spiritualität und das soziale Engagement, also das Wechselspiel zwischen nahe bei den Menschen sein und Rückzug in die Stille sprechen mich besonders an“, so Bruder Kletus Hutter.

 

Dreistufige Ordensausbildung: Postulat – Noviziat – Juniorat

18 Monate dauerte die Noviziatszeit üblicherweise. Für Bruder Kletus wurde diese Etappe der Ordensausbildung um ein halbes Jahr verkürzt: Ein Teil dieses Ausbildungschrittes ist das Mitleben in Klöstern der Heimatprovinz. Als Bruder auf Zeit hat er allerdings schon drei Jahre mit den Mitbrüdern gelebt.

Das Noviziat ist er zweite Teil einer dreistufigen Ordensausbildung, deren erste beide Teile heuer in Salzburg stattfinden. Fünf Brüder in Ausbildung leben zur Zeit im Salzburger Kloster, zusätzlich zur „Stammgemeinschaft“ von sechs Kapuzinern. Eine übliche Größe für eine Kapuzinergemeinschaft, die normalerweise zwischen drei und zwölf Brüder umfasst. Mit den zeitlichen Gelübden wird Bruder Kletus zum „Junior“, die ewigen Gelübde kann er frühestens nach drei weiteren Ausbildungsjahren ablegen.

 

Nächste Etappe: Klosterprojekte und Seelsorge in Luzern

Wie geht es nun weiter? Nach der Feier kehrt Bruder Kletus in die Schweizer Kapuzinerprovinz zurück. Seiner neuer Lebens- und Wirkungsort wird das Kapuzinerkloster Wesemlin in Luzern sein. „Mitarbeit in der Suppenküche für Bedürftige, Mitgestaltung von Gottesdiensten, Seelsorge, Klosterführungen, Mitwirkung bei verschiedenen Projekten des Klosters werden zu meinen Aufgaben gehören.“ Er freue sich darauf, wieder verstärkt in der Gottesdienstgestaltung tätig zu sein, so Bruder Kletus, und sei gespannt auf das Zusammenleben mit den Mitbrüdern in Luzern. Zuerst geht es allerdings noch „in die Heimat“, das St. Gallener Rheintal für einige freie Tage. „Da freue ich mich auf die Besuche bei Freundinnen und Freunden, die ich während meiner Salzburger Zeit vermisst habe.“

 

Nach Salzburg kommt jeder angehende deutschsprachige Kapuziner

Das Salzburger Kloster hat im deutschsprachigen Raum besondere Bedeutung, da hier die Ordensausbildung für Deutschland, Österreich, Südtirol und die Schweiz beginnt. Als Kapuziner tritt man in eine Ordensprovinz und nicht etwa in ein Kloster an einem bestimmten Standort ein. Die Ordensgemeinschaft der Kapuziner stellt neben Franziskanern und Minoriten den jüngsten Zweig der franziskanischen Männerorden dar, die auf den Hl. Franziskus von Assisi zurückgehen. Das Leben eines Kapuziners beruht auf Leben aus dem Gebet und der Stille, sozialem Wirken bei Bedürftigen und Gemeinschaft untereinander und mit den Menschen. Die Ordensgemeinschaft entstanden Anfang des 16. Jahrhunderts in Italien und wurde 1528 anerkannt. Heute gibt es weltweit etwa 10.500 Kapuziner in 106 Ländern. In der Schweizer Kapuzinerprovinz leben 134 Brüder in 16 Klöstern zusammen, im deutschsprachigen Raum sind es ca. 350 Kapuziner in 46 Klöstern.