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Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Liebe Frauen und Männer
Liebe Freundinnen und Freunde vom «Chlösterli»

Diese Strophe aus dem bekannten Gedicht von Dietrich Bonhoeffer klingt im zu Ende gehenden Jahr besonders nach und macht Mut. So vieles verlief in diesem Jahr anders. Ein kleiner Virus mit grosser Wirkung hält die Welt in Atem und verändert unseren Alltag. Der Lockdown im Frühjahr krempelte auch unser Leben um. Die Klosterkirche aber blieb offen, eine Kerze brannte in der Mitte. Die Brüder und Schwestern verfassten Texte und Impulse, die in der Kirche und auf unserer Homepage zu finden waren. Dies war ein kleiner Beitrag unsererseits zur Ermutigung in dieser ausserordentlichen Zeit. Zum Glück konnten wir dann im Sommer wieder Gäste aufnehmen.

Mit Beginn des neuen Kapuzinerjahres (8. September) gab es in unserm Kloster personelle Veränderungen. Br. Adrian Müller übergab sein Amt als Guardian an Br. Norbert Zelinka. Aus dem Kapuzinerkloster Wesemlin Luzern stiess Br. Kletus Hutter zu unserer Gemeinschaft dazu und wurde Vikar im Kloster.

Seit November hat unser «Kloster zum Mitleben» erneut den Gästebetrieb eingestellt, Veranstaltungen müssen abgesagt werden, Gottesdienste finden mit Maske, gebührendem Abstand und unter Platzbeschränkung statt. Bis jetzt ist unsere Gemeinschaft glücklicherweise vom Virus verschont geblieben. In anderen Klöstern war dies nicht der Fall. Aber Weihnachten findet trotzdem statt, wenn vielleicht auch nicht in gewohnter Form. Das Gedenken an die Menschwerdung Gottes will auch uns in dieser Situation ermutigen, dem Leben zu trauen, behutsam mit Verletzlichem umzugehen und mit Gottes Gegenwart in uns und der Welt zu rechnen. Wir danken allen, die uns mit ihrem grossen Wohlwollen und mit ihrem Engagement unterstützt haben. Auch danken wir für die unterschiedlichsten Begegnungen im zu Ende gehenden Jahr.

Das Jahr 2021 wird grosse Veränderungen im Kapuzinerkloster Rapperswil mit sich bringen. Bis zum 1. August 2021 wird das «Kloster zum Mitleben» in bewährter Form weitergeführt. Danach wird eine kleinere Anzahl von Brüdern und franziskanisch interessierten Frauen und Männer den Alltag im Kloster prägen. Wer bei diesem neuen Kapuzinerprojekt mitwirken wird, das ist noch nicht spruchreif. Nach einer Findungsphase der neuen Gemeinschaft soll das «Chlösterli» ab Januar 2022 wieder ein Ort des Gebets, der Begegnung und des Rückzugs für Gäste werden. In welcher Form dies geschehen wird, ist Bestandteil eines Prozesses, welcher mitten in Gang ist. Es warten Herausforderungen auf uns, die wir zuversichtlich anpacken, damit die Ausstrahlungskraft des Klosters über die Stadtgrenzen hinaus bestehen bleibt. Wir danken für das Verständnis, dass eine Neuorientierung einige Zeit braucht und auch einschneidende Veränderungen mit sich bringen wird.

Auf diesem Weg der Neuausrichtung vertrauen wir auf die Gegenwart Gottes, die uns am Weihnachtsfest erneut in Erinnerung gerufen wird. Gott wird Mensch, um dem Menschen nahe zu sein in seiner Lebenswelt, in all dem was ihn beschäftigt, was er erhofft und wagt.

Von Herzen wünschen wir Ihnen ein frohes Weihnachtsfest, Gottes Segen und spürbare Nähe auf all Ihren Wegen, die Sie im 2021 unter die Füsse nehmen werden.

Für die Klostergemeinschaft

Br. Norbert Zelinka, Guardian

 

Hier geht es zum PDF des Weihnachtsbriefes 2020.